Die tschechische Turnbewegung Sokol, gegründet 1862 in Prag, veranstaltete 1926 in Brünn ihren achten Kongress. Diese Turnbewegung war nicht nur ein Verein zur körperlichen Ertüchtigung, er war national und patriotisch ausgerichtet mit Blick auf die tschechische und überhaupt slawische Kultur, Folklore und auch Sprache. Diese war während der Habsburger Monarchie, zu der Böhmen und mehreren Jahrhunderte gehörte, von den Machthabern in Wien stets unterdrückt worden.
In einer Art Zeitungsannonce rief der Verein Komponisten dazu auf, sich an diesem Kongress musikalisch zu beteiligen mit neuen Kompositionen.Und siehe, zumindest einer fühlte sich angesprochen. Leoš Janáček, geboren 1854, war seit seiner Jugend Mitglied des Sokol.Er begeisterte sich neben den sportlichen Aktivitäten wohl eher für die patriotische Idee.
Janáček schuf wie im Rausch innerhalb von drei Wochen ein fünfsätziges Orchesterwerk, welches bis heute trotz der unüblichen Orchesterbesetzung seine meistgespielte Orchesterkomposition geblieben ist, die Sinfonietta.
Am 26. Juni 1926 wurde die Sinfonietta in Prag urufgeführt.
Steffen Schleiermacher stellt das Werk, seinen Schöpfer und die Entstehungsgeschichte vor.
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